Adiletten-10-Kampf

So viel vorweg: die Bilder in der Galerie musst du gesehen haben!

Am letzten Freitag vor den Sommerferien mussten die Turner die Adiletten ins Training mitnehmen. Die gemütliche Vorstellung, mit Adiletten durch die Badi zu schlurfen wurde aber nach kurzer Zeit über den Haufen geworfen. Beim intensiven Frisbee-Spiel wurden alle gefordert und es wurde kein Punkt verschenkt. Schnell merkten wir, dass das Frisbee-Spiel nur das Aufwärmen war und vor uns ein harter Wettkampf stand. Dass es sich dabei sogar um einen 10-Kampf handelte, überraschte die meisten. Bei ambitionierten Turnern weckte das den Wettkampfgeist und Ehrgeiz umso mehr. Die Turner, welche am vergangenen Dienstag im Training waren, erhofften sich nun einen Vorteil aus dem Hürden- und Stabhochsprung-Training. Da es sich um einen Adiletten-10-Kampf handelte und Stabhochsprung bei vielen bereits in Turnschuhen gemeingefährlich aussah, blieb diese Disziplin der Gesundheit zuliebe weg. Die Turner wurden in 5 Gruppen à 4 Personen auf verschiedene Startdisziplinen aufgeteilt. Mit einem Regelwerk und Anleitungen der Disziplinen musste man den Wettkampf bestreiten. Da ein Turner lieber turnt als liest, wurden die kurzen Anleitungen eher flüchtig gelesen und die Regeln dadurch ein wenig ausgedehnt. Ohne böse Gedanken gingen Turnern an die Grenzen der Regeln und zum Teil würden böse Zungen behaupten, sogar darüber hinaus. In der Disziplin Adilettenweitkicken musste aufgesprungen und in der Luft die Adiletten so weit wie möglich gekickt werden. Der hinterste Punkt der näheren Adilette wurde daraufhin akkurat gemessen. Ob alle wie im Regelwerk beschrieben wieder auf derselben Stelle landeten, war wegen der Dämmerung schwierig zu bewerten. Beim Adilettenweitwurf wurde die Adilette aus dem Stand mit zwei Händen so weit wie möglich geworfen. Besonders bei routinierten Werfern schien eine Hand gegen Ende des Wurfes dominanter zu wirken. Die Wettkampfleitung war bei vielen Disziplinen vor Ort, um einen möglichst fairen Wettkampf zu garantieren. In der Vierergruppe musste mit 4er Schiern in Adiletten die Länge das Volleyballfeldes so schnell wie möglich «abgefahren» werden. Weiter ging es mit dem Hürdenlauf, bei welchem die Adilette über die Hürde gekickt und dann für die nächste Hürde wieder mit dem Fuss aufgenommen werden musste. Obwohl es bei diesen Disziplinen zwei geeichte Stoppuhren gab, waren diese bereits nach den ersten zwei Disziplinenwechsel nicht mehr aufzufinden. Beim Adiletten Weitsprung wurde der Kopf, die Geschicklichkeit und die Sprungkraft gefordert. Die Adilette wurde in den Sand geworfen und man sprang so nahe wie möglich an die Adilette. Gezählt hat die gesprungene Distanz minus die Differenz der Adilette zur gesprungenen Distanz. Ein weiter Wurf forderte die Turner, aus dem Stand über ihre normale Weitsprungweite zu springen, um möglichst gut zu punkten. Nach fünf Disziplinen war man jedoch erst in der Hälfte des Wettkampfes. Dass die strengsten Disziplinen erst anstanden, wussten wir unerfahrenen Adilettenwettkämpfer jedoch nicht. Das Kegeln bot nun eine gute Gelegenheit zum ausschnaufen. Die ungenauen Würfe hatten den Vorteil, dass nicht viele Kegel wieder aufgestellt werden mussten. Beim Zielwurf musste von einer Linie auf Pylonen geworfen werden. Die Adiletten mussten selbst wieder geholt werden.

Nachdem alle Pylonen getroffen wurden, durften diese wieder aufgestellt werden. Die Ungenauigkeit des Kegelns wiederholte sich hier bei vielen und es wurde hoffnungslos versucht, diese mit Kraft zu kompensieren. Bei der Stafette wurde mit den Adiletten an den Füssen Slalom und über und zwischen Schwedenkastenmittelteiler durchgerannt. Ein Adilettenverlust gab hier 2 verhängnisvolle Strafsekunden. Mit dem Adilettenkorbwurf kommt wieder die Präzision des TV Elgg ins Spiel. Während die Probewürfe nicht schlecht gelangen, war hier für viele der Druck zu gross und es wurde, ohne viele Körbe zu machen der Adilette nachgerannt. Da viele sich mit ihrer Muskelmasse noch beweisen wollten, gab es noch ein Adilettenheben. Kein Turner hatte Adiletten, welche 18 oder 22.5 kg schwer waren. Daher kam die Herausforderung, dass man eine Adilette mit der Sohle nach oben in der Hand hielt und die andere mit der Sohle nach unten darauf lag. Statt Muskelmasse kamen hier wieder die Stärken der Turner, wie Präzision und Feingefühl ins Spiel. Damit war der Wettkampf zu Ende und während das Rechnungsbüro arbeitete, versuchte Stefan Locher als in die Männerriege übertretendes Mitglied die Spannung mit einem Fass Bier im Zaun zu halten. Bei der Rangverkündigung gab es einen harten Kampf um den heiss begehrten 1. Platz des Sommerschlussturnens. Schliesslich zahlte sich das intensive Training von Severin Wülser aus und er konnte sich sogar gegen unseren Oberturner Pascal Fröhlich beweisen. Dieser musste sich mit dem 2. Platz begnügen. Mit der während dem Wettkampf grösstenteils geschonten Muskelmasse können die Turner immerhin während den Sommerferien in der Badi imponieren. Einige Turner machen über die Sommerferien den Übertritt in die Männerriege. Ob dies am überraschend harten Adiletten-10-Kampf lag, kann ich nicht sagen.

Vielen Dank an Marco Mathys für die super Organisation dieses großartigen Adiletten-10-Kampfes.